Spät im Jahr von den Faröer-Inseln nach Dublin
Mitte September wurden wir gefragt, ob wir helfen könnten, eine Koopmans 48 von den Färöer-Inseln nach Dublin zu segeln, etwa 500 Meilen. Die Yacht unter deutscher Flagge war nach einem Törn über Island und Spitzbergen in Tòrshavn hängen geblieben …
Wir freuen uns immer über seetüchtige Schiffe, also signalisierten wir unsere Bereitschaft. Ich fand es dann allerdings kühn, als mein Teamkollege Thomas Götzen dem Eigner versprach, dass wir das auf jeden Fall machen würden.
Und als ob Poseidon es Thomas nun zeigen wollte, zog danach ein furchterregender Tiefdruckwirbel nach dem anderen über die Inselgruppe hinweg. Wochenlang schien es nicht die kleinste Wetterlücke zu geben, um überhaupt erst einmal die rund 250 Seemeilen bis zu den Hebriden zu überbrücken. Nur noch Südwind! Und der Herbst schritt unaufhaltsam voran …
Ich hatte den Eindruck, dass Thomas langsam nervös wurde. Denn eines kann ich über ihn sagen: Wenn er etwas verspricht, hält er auch Wort.
Schließlich, nach mehreren Wochen des Wartens, sah es zwar noch immer nicht ideal aus, aber irgendwann fasste sich die Truppe samt Eigner ein Herz und flog auf die Färöer.
Was folgte, war eine sportliche Überfahrt zu den Hebriden, wo sie nach rund 30 Stunden in einer geschützten Bucht den Anker fallen ließen.
Bei weiterhin vorherrschenden Südwinden arbeiteten sie sich anschließend Stück für Stück weiter nach Süden voran. Mit gelegentlichen Stopps, dem einen oder anderen Whisky-Tasting und offenbar bester Stimmung an Bord ging es schließlich durch den North Channel Richtung Dublin.
Manchmal braucht es eben eine ordentliche Portion Geduld, Zuversicht und seemännisches Können, um auch schwierige Aufgaben zu meistern.
Thomas scheint von all dem genug zu haben. Und Wort hält er sowieso.







