Biskaya….!
24.März 2026
Wenn man Ozeane überquert, kann man sich das Wetter nicht immer aussuchen –
in der Küstenfahrt schon eher.
Doch auch in Europa gibt es Passagen, die einen fordern.
Eine davon: die Biskaya.
Diese Bucht hat eine besondere Eigenschaft:
Durch ihre Form – mit nach außen weichenden Küsten – gibt es kaum die Möglichkeit, eine Passage „abzukürzen“.
Ist man einmal draußen, ist es fast egal, ob man ausweicht – der Weg bleibt lang.
Genau diese Situation hatte unsere Crew um Skipper Thomas Götzen.
Start in A Coruña, Ziel Brest.
Nordwind, aufkreuzen – und gleichzeitig die klare Ansage aus der Wetterlage:
Ein großes Tief würde ungefähr zeitgleich im Zielgebiet eintreffen.
Alternative?
Warten. Tage. Vielleicht länger.
Also Entscheidung: los.
Die ersten 36 Stunden waren zäh.
Kreuzen. Nord. Ost. Wieder Nord.
„Der Ostkurs fühlt sich so falsch an…“, schrieb Thomas.
Mitten auf der Biskaya wird jede Entscheidung endgültiger.
Umkehren ist theoretisch möglich – praktisch will man es nicht mehr.
Parallel lief die Abstimmung mit unserem Büro in Hamburg –
über Inreach, kein Internet.
Die Aufgabe: Wetter beobachten, Timing prüfen, und im Zweifel rechtzeitig den Abbruch empfehlen.
Nach zwei Nächten ließ der Nordost nach.
Motorsegeln. Strecke machen. Hoffnung.
Doch vor Brest wartete das eigentliche Risiko:
Iroise-See.
Bekannt für kurze, steile und unangenehme See – besonders bei Starkwind.
Und die Prognose blieb:
5–6 Meter Welle.
Die entscheidende Frage:
Kommt das System früher?
Am Ende passte das Timing.
Die Crew lief am Abend unter Land – nur Stunden bevor der Starkwind einsetzte.
Erleichterung.
Thomas sagte später:
„Danke für das klare Routing.“
Aber auch:
„Es war grenzwertig, mit dieser Prognose loszufahren -„






