Starlink auf Yachten
Starlink auf Yachten
(Stand: Januar 2026)
Wer sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, seine Yacht mit dem Internet zu verbinden, hat seit einigen Jahren eine neue Option: Starlink.
Eine schnelle Internet- bzw. Telefonverbindung zu „erschwinglichen Preisen“ war für Privatanwender zuvor nur sehr eingeschränkt über Iridium, Inmarsat oder Thuraya möglich. Alle drei Alternativen haben im Vergleich zu Starlink deutliche Limitierungen und sollen hier nicht weiter beleuchtet werden.
Wer sich für diese Systeme als Backup interessiert, dem empfehle ich, sich mit Matthias Cramer in Verbindung zu setzen. Seine Firma ist Spezialist für Satellitenkommunikation in Deutschland und bietet eine wirklich fundierte Beratung.
Fakten
Starlink ist ein vom US-Weltraumunternehmen SpaceX betriebenes Satellitennetzwerk mit derzeit (Stand Januar 2026) rund 9.395 Satelliten. Geplant sind etwa 22.000. Damit ist Starlink mit Abstand das umfangreichste Satellitennetzwerk der Welt.
Das Kerngeschäft ist die Bereitstellung von Internetverbindungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 400 Mbit/s – weltweit, auch auf den Ozeanen und in abgelegenen Regionen. Voraussetzung ist lediglich ein freier Blick zum Himmel.
Seit 2020 bietet Starlink Internetzugang in den USA an, seit 2023 weltweit (in vielen Ländern, auf Ozeanen und in entlegenen Regionen). Damit bietet Starlink optimale Voraussetzungen für Segler – auch auf langen Offshore-Passagen.
Bevor ich auf meine praktischen Erfahrungen während zweier Atlantiküberquerungen eingehe, zunächst einige technische Details.
Hardware
Aktuell gibt es vier verschiedene Hardware-Optionen für die Verbindung mit Starlink:
1. Performance Kit (ehemals Marine-Version)
Diese Version wird weiterhin als Lösung für Ozeanreisen in Verbindung mit globalen Tarifen angeboten.
Preis: ca. 1.300–1.800 €
Tipp: Diese Version ist nicht zwingend notwendig, um auf Yachten Starlink zu nutzen.
2. Standard Kit mit Motor
Dieses Kit richtet die Antenne automatisch aus und bietet durch Standfuß und Motor sehr gute Voraussetzungen für die Installation an Bord.
Preis: ca. 350 € (sofern noch verfügbar)

3. Standard Kit ohne Motor
Ebenfalls gut für Yachten geeignet. Mit entsprechendem Zubehör kann es auf einem Standfuß montiert werden. Die fehlende automatische Ausrichtung ist in der Praxis kein echtes Problem.
Preis: ca. 350 €

4. Starlink Mini
Deutlich kleiner als die anderen Versionen, kein externer Router notwendig und direkt mit 12 V betreibbar. Ideal, wenn kein Festeinbau infrage kommt oder gelegentliche Verbindungsabbrüche akzeptabel sind.
Sehr sinnvoll als mobile Lösung für Charteryachten oder Profiskipper und Crews, die häufig auf wechselnden Yachten unterwegs sind.
Preis: ca. 250 €

Fazit Hardware
Die optimale Hardware für extreme Reviere ist auch die teuerste: Kit Nr. 1. Wer Kap Hoorn oder Island besegeln möchte, sollte dieses Kit näher betrachten. Es ist temperaturresistent von –40 bis +60 °C, schock- und vibrationsfest und durch das Aluminiumgehäuse sehr robust.
Für alle anderen Segler sind Kit 2 oder 3 vollkommen ausreichend – auch für Atlantik- oder Pazifiküberquerungen.
Für Segler ohne eigene Yacht (Charter) bzw. Profiskipper eignet sich Kit Nr. 4 hervorragend als Reisegepäck. Es ist serienmäßig für 12 V ausgelegt (Achtung auf die Leistungsaufnahme – normale USB-Anschlüsse reichen meist nicht aus).
Alle anderen Kits benötigen 110/220 V oder einen entsprechenden Umbau auf 12/24 V.
Tarife
Sowohl die Hardware als auch die Tarife von Starlink sind (Stand 01/2026) für Segler deutlich günstiger als bisherige Alternativen (z. B. Iridium GO! ab ca. 980 €).
Reisetarife (Stand 01/2026)
1. REISE – 50 GB | 40 €/Monat
Ideal für Segler, die die 12-Meilen-Zone nicht verlassen, selten Häfen wechseln und kaum Ländergrenzen überschreiten. Zusätzliches Volumen kann zugebucht werden.
2. REISE UNBEGRENZT | 89 €/Monat
Der Basistarif für Langfahrtsegler. Unbegrenztes Datenvolumen in Küstennähe, zusätzlich buchbare Offshore-Tarife außerhalb der 12-Meilen-Zone.
Es gibt länderspezifische Einschränkungen (z. B. Verbot von Starlink oder Nutzung „in Bewegung“). Die jeweils aktuellen Informationen finden sich auf der Starlink-Website.
Derzeit ist der private Offshore-Tarif auf 60 Tage pro Jahr begrenzt. Regelungen können sich jederzeit ändern.
3. Business Global Priority – 50 GB | 241 €/Monat
Eigentlich für Unternehmen gedacht, bietet dieser Tarif für Langfahrtsegler stabilere Bedingungen. Nicht zeitlich begrenzt, zusätzliches Volumen buchbar (+50 GB = 96 €/Monat).
Für Weltumsegler oder ARC-World-Teilnehmer definitiv einen Blick wert.
Fazit Tarife
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Reisetarif 1: ausreichend für Küstensegler innerhalb eines Landes
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Reisetarif 2: ideal für Langfahrt und Offshore-Passagen
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Business-Tarif: Option für dauerhaft an Bord lebende Weltumsegler
Wichtig: Tarife und Bedingungen können sich jederzeit ändern.
Praktische Erfahrungen
Transatlantik 2023
Mitte 2023 durfte ich als Skipper erstmals mit Starlink an Bord einchecken – auf einer Bavaria 46 Cruiser mit der damaligen Marine-Version. Die Installation verlief problemlos, nach rund 10 Minuten waren wir online.
Zunächst lag die Yacht in der Marina von A Coruña, wo Starlink noch keinen echten Mehrwert bot. Auf der Strecke nach Las Palmas änderte sich das jedoch schlagartig:
Im Hafen erreichten wir bis zu 218 Mbit/s, offshore konstant 150–200 Mbit/s – deutlich mehr als mein DSL zu Hause.
Während der ARC 2023 nutzten wir Iridium GO! nur noch testweise. Wetterdaten über Starlink waren in Echtzeit verfügbar – ein echter Quantensprung für Routing und Sicherheit.
Ein Lernmoment: Ein versehentlich aktivierter Offshore-Tarif führte in Las Palmas zu hohen Zusatzkosten. Lesson learned.
Transatlantik 2025
2025 nutzten gefühlt 95 % der Yachten Starlink – fast alle mit der Standard-Version. Auch unsere Standardantenne funktionierte trotz 28 kn Passatwind und anspruchsvoller Bedingungen absolut zuverlässig.
Besonders wertvoll war der kontinuierliche Zugang zu Wetterdaten, gerade in Squall-Gebieten mit bis zu 40 kn Wind.
Starlink erwies sich erneut als großer Sicherheitsgewinn.
Fazit
Starlink an Bord ist ein massiver Zugewinn an Sicherheit und Komfort auf Offshore-Törns.
Natürlich geht damit ein Stück Offline-Romantik verloren – aber das Plus an Sicherheit durch unbegrenzte, aktuelle Wetterinformationen möchte ich nicht mehr missen.
Starlink auf Yachten bietet eine innovative Lösung für zuverlässige Internetverbindungen auf See. Mit der fortschrittlichen Satellitentechnologie ermöglicht es den Nutzern, auch in abgelegenen Gewässern eine stabile Bandbreite zu genießen. Dies fördert nicht nur die Kommunikation, sondern auch den Zugang zu Informationsdiensten und Wetterinformationen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach digitaler Anbindung im maritimen Bereich stellt Starlink eine wertvolle Ergänzung für moderne Yachten dar.
Fair Winds Thomas
P.S.: Telefonieren über Starlink funktioniert auch ohne Messenger-Apps. Mit aktivierten WLAN-Anrufen am Smartphone sind ganz normale Telefonate möglich.
P.P.S.: Viele Grüße an Michael und Martin (SY Wilma) sowie an Claudia und Michael vom Katamaran Ckebulan.
Artikel zuerst erschienen auf: skipper-service.eu






